Pharmazeutische Industrie

Pharmazeutische Industrie

Unter dem Begriff "Pharmazeutische Industrie", verkürzt auch Pharma-Industrie, werden alle Unternehmen zusammengefasst, die verschiedene Arten von Arzneimitteln herstellen und ebenso vermarkten, wobei der Großteil dieser Unternehmen auch eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen betreibt, währende andere Hersteller bekannte und erfolgreiche Pharmaka kopieren, und so nur Generika (Imitate) produzieren. In den Bereich der produzierten Arzneimittel der pharmazeutischen Industrie gehören vor allem rezeptfreie sowie verschreibungspflichtige Medikamente, Impfstoffe, Zellen und Gewebe, aber auch Blutprodukte sowie die so genannten In-vivo-Medikamente, beispielsweise Kontrastmittel, dass bei einer Röntgen-Durchleutung häufig verwendet wird, um die diagnostische Aussagekraft des Röntgenverfahrens zu verbessern. Weitere Medizinprodukte, wie z.B. Verbandmittel oder künstliche Gelenke, werden häufig ebenfalls von pharmazeutisch ausgerichteten Unternehmen produziert und entwickelt, diese Produkte fallen aber nicht den Bereich der Pharmaka.

In Deutschland wird die Pharma-Industrie durch klare Gesetzgebungen und Verpflichtungen überwacht, sodass pharmazeutische Unternehmen nur ausreichend getestete Produkte zulassen und registrieren lassen dürfen, darüber hinaus gelten klare Regeln in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit der Produkte, und auch die Produktionsbedingungen müssen der Good Manufacturing Practice entsprechen, die sich mit der Qualitätssicherung der Produktionsumgebung und -abläufe beschäftigt.

Zu den größten Unternehmen in der pharmazeutischen Industrie gehört Pfizer mit Sitz in New York (USA), das französische Unternehmen Sanofi-Aventis mit Sitz in Paris, Novartis aus der Schweiz sowie GlaxoSmithKline, dass in London (Großbritannien) beheimatet ist.

Das größte deutsche Pharmaunternehmen mit einem Jahresumsatz von ca. 15 Milliarden US-Dollar ist die Bayer Schering Pharma mit Sitz in Berlin, darüber hinaus bekannt sind vor allem auch die Merck KGaA sowie das Unternehmen Ratiopharm und Roche. Die deutsche Pharma-Industrie exportiert knapp 60 % ihrer Produkte ins europäische und außereuropäische Ausland, wobei der Produktionsstandort Deutschland in Bezug auf biotechnologische Pharmaka im weltweiten Vergleich auf Platz zwei hinter den Vereinigten Staaten von Amerika steht, gemessen am Produktionsvolumen. Die Pharmaunternehmen sind dabei sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene in Pharmaverbänden organisiert, die vor allem bei der Zulassung von neuen Arzneimitteln auf ausländischen Märkten vermitteln und die Interessen der pharmazeutischen Industrie optimal vertreten. So gibt es den weltweiten Dachverband IFPMA (International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations) und in Deutschland ist der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller der mitgliedsstärkste Verband auf diesem Gebiet.


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